Eine Speisekarte, die ein Gast auf der Website lesen kann, und eine Speisekarte, die in der Suche auftaucht, sind zwei verschiedene Dinge. Die zweite braucht Text: Gerichte, Preise, Abschnitte. Ein Foto der Mittagskarte oder ein PDF, das man erst herunterladen muss, sieht ein Mensch — eine Suchmaschine nicht.
In der Region Kreuzlingen/Thurgau habe ich am 5. August 2026 147 Gastro-Websites abgerufen. Von 130 erreichbaren zeigen 127 Google ihre Speisekarte nicht. Das sind 98 Prozent.
Nicht gemessen habe ich, ob die Karten inhaltlich aktuell sind. Der Befund betrifft die Form, nicht den Inhalt.
Warum die Karte trotzdem niemand nachführt
Es liegt selten am Wirt. Bei dem Betrieb, mit dem ich angefangen habe, war das Reservationssystem tadellos gepflegt, Betriebsferien und alles — nur die Website nicht. Er ist nicht bedienungsscheu. Die Website ist ihm zu umständlich: einloggen, Baukasten, Block suchen, Vorschau, speichern, und das am Sonntagabend nach Feierabend.
Deshalb gibt es hier keine Oberfläche, in die Sie sich einarbeiten müssen. Sie schicken «Ab Montag Rösti mit Spiegelei, 18.50.» — den Rest mache ich. Es geht nichts raus, das Sie nicht gesehen haben.
Dieselbe Karte auf Papier
Dieselben Gerichte stehen als Blatt für den Tisch und als Aushang für die Tür. Nicht eine zweite Karte, die nach drei Wochen auseinanderläuft, sondern dieselbe Quelle, einmal fürs Handy und einmal für den Drucker.
Was das nicht ist
Kein Versprechen, dass «Mittagsmenü Kreuzlingen» morgen auf Platz eins steht. Ausgezeichnet ist die Karte; gefunden wird sie, wenn jemand danach sucht und Google sie lesen kann. Das eine kann ich bauen. Das andere hängt an der Suche und an dem, was die anderen Seiten tun.